Die Schlettauer Bank

Wiederum hat Schlettau einen Schritt vorwärts getan: Am 15. März ist hier eine Bank eröffnet worden. Das Bedürfnis, ein solches Institut am Orte zu haben, lag schon längst vor. An Versuchen, eine eigene Stadtbank zu gründen, oder eine andere auswärtige Bank zur Errichtung eines Zweiggeschäftes zu veranlassen, hat es früher nicht gefehlt. Mit dem Aufblühen der Girokassen war ja wohl dem Bedürfnis vorderhand etwas abgeholfen. Vor allen Dingen haben sich die Girokassen während der Inflationszeit als sehr segensreich erwiesen. Wenn auch Schlettau in allen vorkommenden Bankgeschäften von Annaberg und Buchholz gut bedient wurde, so entbehrten wir doch bislang die Vorteile, die gegeben sind, wenn ein solches Geldinstitut am Orte selbst ist. Im kaufmännischen Leben gilt heute mehr denn je der Grundsatz: Zeit ist Geld! und: Wenn du´s kannst im Hause kaufen, da sollst du nicht zum Nachbar laufen.

Die Schlettauer Bank ist eine Filiale der Stollberger Bank, die wieder ziemlich eng mit der Sächs. Staatsbank liiert ist. Zum Aufsichtsrate gehört Herr Amtshauptmann Dr. Venus, dessen Einfluß wir wohl auch in erster Linie die Verlegung der Zweigniederlassung nach unserem Orte zu danken haben. Untergebracht ist die Bank in der schmucken Villa des Herrn Karl Starke in der Wilhelmstraße.

Wir wünschen dem Unternehmen gedeihliche Entwicklung und hoffen, daß Schlettau in seinem Aufstiege wiederum durch die Bank auf das Günstigste beeinflußt werden möge.

Tho.

Quelle: Schlettauer Heimatblätter. 2. Jahrgang, Nr. 8 v. 20. April 1927, S. 10.