Geschäftliches

Zum Beginn des zweiten Jahrganges.

Mit der vorliegenden Nummer beginnt der zweite Jahrgang unserer Schlettauer Heimatblätter. Als im vorigen Jahre die erste Nummer herauskam, wurde mir von verschiedenen Seiten die Frage entgegengeworfen, werden Sie denn für einen Jahrgang genug Stoff für die Heimatblätter haben? Ich sagte den Zweiflern schon damals, daß die Geschichte Schlettaus beinahe unerschöpflich ist. Und wenn nun auch die bisher erschienenen Nummern schon manches vom Werden und Wesen unserer lieben Heimatstadt Schlettau gebracht haben, so türmt sich vor mir immer noch ein fast unübersehbarer Haufen von Daten, Geschehnissen und Begebenheiten auf, daß auch der zweite Jahrgang vermutlich noch lange nicht die Quellen zur Geschichte Schlettaus wird erschöpfen können. Wie könnte das auch anders sein bei einer Stadt, die auf ein 1000jähriges Bestehen zurückblicken kann? Einen solchen ungeheuren Zeitraum bewältigt eine gewissenhafte Feder nicht auf wenigen Druckseiten. Wenn ich die Aktenberge des Hauptstaatsarchivs vor mir sehe und an die Aktenstöße in unserem Ratsarchiv bedenke, wenn ich weiter daran denke, daß Schlettau in ungezählten Chroniken, Geschichtswerken und Abhandlungen eine hervorragende Rolle spielt, dann kann ich voraussagen, daß auch der zweite Jahrgang allen, denen die Geschichte der Heimat noch etwas bedeutet, viel interessanten Lesestoff bringen wird.

Wir bitten also, den Heimatblättern die Treue zu bewahren und sie weiterhin zu empfehlen. Da wir doch die Hoffnung nicht aufgeben, daß wir im nächsten Jahre unser Heimatfest werden halten können, so ist ein Abonnement unerläßlich, denn in den Heimatblättern werden alle auf das Heimatfest Bezug habenden Bekanntmachungen erscheinen, wie auch über den Stand und den Fortgang der Vorbereitungsarbeiten gewissenhaft berichtet werden wird.

Und nun die alte Bitte! Arbeitet selbst am weiteren Ausbau der Heimatblätter mit. Habt Ihr so wenig Erinnerungen an das liebe Heimatstädtchen, oder getraut Ihr Euch mit Eurer Feder nicht heraus? Jeder ist uns willkommen, der etwas zu sagen weiß, das die Schlettauer interessieren muß oder sie zu unterhalten geeignet ist. Glück auf!

Quelle: Schlettauer Heimatblätter. 2. Jahrgang, Nr. 1 v. 15. September 1926, S. 12