Heimat!

Hörst Du’s klingen von dem Turm
Deiner Heimat? deren Klänge
Dir noch heute mahnend sagen
Wie die Mutter Dir noch sänge:
Ihre trauten Kinderlieder;
Wie sie selbst in Sorgen sang.
Jugendzeit, o käm’st Du wieder!
Mutterliebe, Heimatklang.

Kennst Du noch den schlichten Hügel,
Der ein Liebes von Dir birgt,
Vater mit den schwielen Händen,
Mit den Furchen im Gesicht?
Und die Straßen und die Gassen,
Kennst Du sie noch? O gewiß.
Nur die Menschen, das sind andere
Als die Heimat Du verließt.

Du da draußen in der Ferne, –
Laß der Träne ihren Lauf –
Ist das Fernlein schwer auch immer,
Steigt das Heimweh bei Dir auf:
Schlettau’s Fluren sind die alten,
Lebst Du auch in fremdem Joch,
Wahr die Treue Deiner Heimat
S‘ ist die alte Heimat noch.

Klubescheidt.

Quelle: Schlettauer Heimatblätter. 1. Jahrgang, Nr. 1 v. 15. September 1925, S. 3