Poetisches über Schlettau

Gesammelt von Oberlehrer Röhling.

Sprichwort.

Wenn die Bauern von Schlettau auf dem Felde sind, ist kein Bürger daheim.

Chronikvers

vom 3. Juli 1562.

In Schlettau trieb ein armer Knab
zehn Stücklein Vieh das Feld herab.
Der Donner aber in der Not
schlugs Vieh mit samt dem Hirten tot.

(Aus Magister Lehmanns „Historischem Schauplatz“.)

Neckvers.

Scharzenbärg is rumanisch,
Wulkensteen is es ooch;
Schlett´ un Grienhahn is kumpanisch,
Elterlein hat e Loch.

(Aus „De Stähd in´n Öber-Ärzgebärg“ in Grohmanns Obererzgebirge und seine Städte.)

Spottvers.

D´r Scheimbaarger Baargwert hot enn förchterling Traam,
sei Torm tanzt mit enn irrsinnig Vugelbeerbaam.
Un wie bekannt liegt de Muhm Schlaat gleich dernaam,
dort werd er wuhl haar sei, daar Vugelbeerbaam.

(Aus „Ne Spottlob sei Vugelbeerbaamlied“ in Emil Müllers Gereimtes und Geleimtes in erzgeb. Mundart.)

Quelle: Schlettauer Heimatblätter. 2. Jahrgang, Nr. 7 v. 19. März 1927, S. 12.