Schlettau als Oberforstmeisterei

Von Schuldirektor Thomas.

Von der Bedeutung Schlettaus als Oberforstmeisterei gibt eine Zusammenstellung des jährlich abzugebenden Wildbretes Zeugnis, das ich in dem Hauptstaatsarchiv fand. Die Zahlen werden für unsere Nimrode von heute von ganz besonderem Interesse sein, zeigen sie uns doch, wie reich noch zu Anfang des XVIII. Jahrhunderts der Wildbestand unserer Wälder und Fluren gewesen ist.

Verzeichnis

Des Deputat- und Gnaden-Wildbretes, welches zeithero aus der Wildmeisterei Schlettau abgegeben worden, als

Zum ordentlichen Deputat

4 Stück Wild

den vier Freihofen zu Eibenstock und Sosa Georg Röhn, Martin Huth, Sigismund Gottschald und Friedrich Siegel.
2 Stück Wild   noch dieselben, vermöge gnädigsten Befehls de ao 1708 vor abgetretene Rehejagd auf ihrem Erbe und anderen Revieren.
1 Stück Wild  dem Rat zu Eibenstock, welcher dasselbe wechselweise mit dem Bergamte zu genießen hat.
2 Stück Wild dem Rat zu St. Annaberg.
2 Stück Wild  dem Rat zu Zwickau.
2 Stück Wild und 10 Hasen   dem Rat zu Werdau.
1 Hirsch zu zehn Enden Herrn Georg Albert, Graf und Herrn zu Schönburg.
4 Stück Wild und 2 Bachen Herrn Johann Georg von Arnim zu Planitz.
1 Stück Wild und 1 Reh Herrn Johann Friedrich von Beust zu Ober-Göltzsch.
1 Stück Wild und 1 Bache dem Rat zu Schneeberg.
4 Hasen dem Rat zu Schneeberg.
1 Hirsch, 1 Rehe, 1 Bache Herrn Christian Wilhelm Grar (?), Amtmann zu Plauen.

 Sa.: 42 Wild. 2 Hirsche, 19 Wild, 3 Rehe, 4 Bachen, 14 Hasen.

Aus Gnaden verschenket

4 Hirsche und 8 Stück Wild Ihrer hochfürstlichen Durchlaucht dem Herrn Herzog Wilhelm Christian von Hollstein.
2 Wild, 2 Rehe, 2 Bachen  dem Herrn Oberforst- und Wildmeister von Carlowitz.
2 Wild, 2 Rehe, 2 Bachen dem Herrn Oberforstmeister Hanns von Reibold im Voigtlande.
2 Wild, 2 Rehe  dem Amtmann zu Voigtsberg Georg Carl Genzschen.

Sa.: 28 Wild, 4 Hirsche, 14 Wild, 6 Rehe, 4 Bachen.

Quelle: Schlettauer Heimatblätter. 2. Jahrgang, Nr. 2 v. 15. Oktober 1926, S. 9.